Eigenes Bestellsystem ohne Provision: die Alternative zum Lieferportal
3 Min. Lesezeit
Wie ein eigener Bestellkanal funktioniert, was er gegenüber Portalprovisionen spart und wie du deine Stammgäste tatsächlich dorthin bekommst.
Die Rechnung ist schnell aufgemacht und wird selten gemacht. Für jede Bestellung über ein Lieferportal zahlst du eine Provision — und bekommst weder Rufnummer noch Adresse noch Bestellhistorie des Gastes. Du zahlst Miete für deine eigene Stammkundschaft.
Ein eigener Bestellkanal lässt die Portale nicht verschwinden. Er gibt dir einen Kanal zurück, in dem Marge und Kundenbeziehung dir gehören.
Was ein eigenes Bestellsystem konkret ist
Der Gast öffnet deine Karte online, stellt die Bestellung zusammen, wählt Abhol- oder Lieferzeit und bezahlt — online oder bei Übergabe. Die Bestellung landet direkt im Kassensystem und geht in den Bondruck am Ofen, ohne dass jemand sie abtippt.
Daraus folgen drei Dinge, und die sind der ganze Punkt:
- keine Provision auf den Verkauf;
- keine Doppelerfassung, also keine Übertragungsfehler;
- der Gast gehört dir: Name, Nummer, Adresse, Bestellhistorie.
Warum das bei Pizza besonders gut funktioniert
Weil Pizza ein Wiederholungsprodukt ist. Wer freitags bestellt, bestellt oft auch den Freitag darauf. Genau diesen Gast an ein Portal abzugeben, ist wirtschaftlich unsinnig: Du zahlst dauerhaft Provision für jemanden, den du längst gewonnen hast.
Die Aufgabe der Portale ist es, dir Gäste zu bringen, die dich nicht kennen. Die Aufgabe deines Direktkanals ist es, die zu halten, die dich kennen.
Funktionen, auf denen du bestehen solltest
Abhol- und Lieferzeitfenster nach Ofenkapazität. Das System darf nicht zwanzig Bestellungen für 20:00 annehmen, wenn der Ofen zwanzig nicht schafft.
Direkte Anbindung an die Kasse. Eine Onlinebestellung, die per E-Mail kommt und abgetippt werden muss, bringt nichts. Sie gehört in dieselbe Warteschlange wie alle anderen.
Online zahlen und bei Übergabe zahlen. Ein Teil der Gäste zahlt nicht im Voraus. Lass die Wahl.
Dieselben Zusatzoptionen wie im Laden. Halb und halb, Extras, alternative Böden. Wer online nicht so anpassen kann wie am Telefon, ruft eben an.
Bestätigung und Fertig-Benachrichtigung. Entzerrt die Abholung am Tresen.
Gästekonto und Nachbestellen. Der Button „nochmal dasselbe" verwandelt einen Versuch in eine Gewohnheit.
Wie du deine Gäste tatsächlich dorthin bekommst
Das ist der Teil, den die meisten Betriebe auslassen — und ohne ihn nützt das beste System nichts.
- QR-Code auf dem Pizzakarton. Der am meisten unterschätzte Kontaktpunkt überhaupt: Der Gast schaut ihn das ganze Essen über an.
- Flyer in jeder Portalbestellung. Die Provision hast du schon bezahlt — dann hol dir wenigstens den Gast fürs nächste Mal.
- Gut sichtbare Links auf deinem Google-Unternehmensprofil, deiner Website und in den Social-Media-Profilen.
- Ein kleiner Vorteil für den Direktkanal: ein Getränk, eine Beilage oder ein leicht günstigerer Preis als im Portal. Rechnerisch ein Gewinn, solange der Vorteil weniger kostet als die Provision.
- Es aussprechen — am Telefon und am Tresen: „Beim nächsten Mal können Sie direkt bei uns bestellen."
Was einen Direktkanal scheitern lässt
Zu viele Schritte bis zur Bestellung. Jeder überflüssige Klick kostet Bestellungen. Teste den Ablauf selbst, am Handy, unter echten Bedingungen.
Eine Onlinekarte, die von der echten abweicht. Veraltete Preise oder Artikel sind eine garantierte Diskussion bei der Übergabe.
Keine Begrenzung der Zeitfenster. Du versprichst Zeiten, die der Ofen nicht hält, und machst aus einem Vorteil eine Reklamationsquelle.
Ein unsichtbarer Kanal. Sagst du es niemandem, nutzt ihn niemand. Kommunikation im Laden zählt so viel wie die Software.
Keine Möglichkeit, Artikel auszublenden. Ist der glutenfreie Teig aus, muss er mit einem Tap verschwinden.
Häufige Fragen
Soll ich die Portale ganz verlassen? Nein — realistisch ist Koexistenz. Portale gewinnen Neukunden, dein Kanal hält die Stammgäste.
Brauche ich dafür eine komplette Website? Eine eigene Bestellseite reicht, sie kommt meist mit dem Kassensystem. Eine vollständige Website ist ein Plus, keine Voraussetzung.
Wie lange dauert die Einrichtung? Ist die Karte im Kassensystem schon gepflegt, ist der Onlinekanal schnell aktiviert. Die eigentliche Arbeit ist die Kommunikation an die Gäste.
Und Gäste, die lieber anrufen? Die bleiben am Telefon, und das ist gut so. Der Direktkanal kommt dazu, er ersetzt nichts.
Weiterlesen
- Kassensystem für die Pizzeria Kassensystem für die Pizzeria: der komplette Guide 2026
- Lieferservice ohne Provision Lieferservice Software: Fahrer, Lieferzeiten und Kassenabrechnung im Griff
- digitale Speisekarte mit QR-Code Digitale Speisekarte mit QR-Code — und die Karte per Foto einlesen
- Abholzeitfenster Pizza Software für Abholung und Außer-Haus: worauf es ankommt