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Was kostet ein Kassensystem für die Pizzeria 2026?

3 Min. Lesezeit

Abo oder Kauflizenz, Hardware, TSE-Kosten und versteckte Posten: was ein Kassensystem für die Pizzeria wirklich kostet — und wann es sich rechnet.

Fangen wir mit der Antwort an, denn deswegen bist du hier: Ein Kassensystem für die Pizzeria im Abo kostet meist 30 bis 130 Euro im Monat, je nach Modulen und Arbeitsplätzen. Kauflizenzen starten im niedrigen vierstelligen Bereich, plus jährlicher Wartungsvertrag.

Der Listenpreis ist allerdings der uninteressanteste Teil der Rechnung.

Die drei Preismodelle

Kauflizenz

Einmal zahlen, Software gehört dir. Höhere Anfangsinvestition, oft an die Hardware desselben Anbieters gekoppelt. Fast immer kommt ein jährlicher Wartungs- und Updatevertrag dazu — ohne den bleibt das Programm auf der gekauften Version stehen. Bei einem Regelwerk, das sich in Deutschland regelmäßig ändert, ist das ein ernstes Risiko.

Sinnvoll bei einem einzelnen, stabilen Betrieb mit gutem Techniker vor Ort und ohne Onlinebestell-Ambitionen.

Monatliches Abo

Niedriger oder gar kein Einstiegspreis, Updates inklusive, Support inklusive, Daten außerhalb des Betriebs gesichert. Du zahlst, solange du nutzt. Übliche Spanne: rund 30 Euro monatlich für reine Bestellannahme bis 130 Euro und mehr für eine Vollausstattung mit Lieferservice, Onlinebestellung und mehreren Arbeitsplätzen.

Heute das dominierende Modell — und meist das vernünftigere für einen Betrieb, der sich umentscheiden können will.

Provision auf Bestellungen

Manche Plattformen verlangen kein Abo, sondern einen Anteil an jeder Bestellung. Anfangs attraktiv, im laufenden Betrieb das teuerste Modell: Je mehr du verkaufst, desto mehr zahlst du — ohne Deckel.

Die Posten, die nicht im Preis stehen

Hardware. Tablet, PC, Bondrucker je Abteilung, Kassenlade, Bonrolle-Drucker, Kartenterminal. Läuft die Software auf dem, was du schon hast, sparst du dreistellig bis vierstellig. Frag vor der Unterschrift.

TSE. Die technische Sicherheitseinrichtung ist Pflicht. Als Hardware-TSE fallen Anschaffung und ein Ablaufdatum des Zertifikats an; als Cloud-TSE meist eine laufende Gebühr. Beides gehört in den Kostenvergleich — und beim Hardware-TSE-Zertifikat: rechtzeitig tauschen, ein abgelaufenes Zertifikat macht die Kasse nicht mehr rechtskonform.

Einrichtung und Schulung. Bei manchen Anbietern inklusive, bei anderen als Technikereinsatz berechnet.

Karteneingabe. Macht es der Anbieter, kostet es in der Regel. Machst du es selbst, sind es mehrere Stunden. Lösungen mit Kartenimport per Foto streichen diesen Posten fast vollständig.

Zusatzmodule. Lieferservice, Onlinebestellung, Kundenbindung, Filialverwaltung: fast immer extra. Lass dir die Konfiguration anbieten, die du wirklich fährst.

Support außerhalb der Bürozeiten. Prüfe, ob Samstagabend-Support enthalten oder Premium ist.

Die Rechnung, die wirklich zählt

Vergleiche das Abo nicht mit der Null, die du heute ausgibst. Vergleiche es mit dem, was du bereits zahlst, ohne es zu sehen.

Portalprovisionen. Läuft ein Teil deiner Bestellungen über Lieferportale, zahlst du längst einen Prozentsatz jedes Verkaufs. Schon wenige Bestellungen pro Tag auf dem eigenen Kanal decken in der Regel das gesamte Abo.

Fehlbestellungen. Eine neu gemachte Pizza ist Wareneinsatz, Ofenzeit und ein unzufriedener Gast.

Koordinationszeit. Zwei Stunden pro Abend fürs Verteilen der Touren und Zählen der Fahrerkassen haben einen Wert.

Verpasste Anrufe. Jeder Anruf, den du im Stress nicht annimmst, ist eine Bestellung beim Wettbewerber.

Die Abokosten sind zudem als Betriebsausgabe abzugsfähig, was die reale Belastung weiter senkt.

Fragen vor der Unterschrift

  1. Sind Lieferservice und Onlinebestellung im Preis enthalten oder Zusatzmodule?
  2. Fallen Aktivierungs-, Installations- oder Schulungsgebühren an?
  3. Läuft die Software auf meiner vorhandenen Hardware?
  4. Ist eine zertifizierte TSE enthalten — Hardware oder Cloud — und was kostet sie laufend?
  5. Ist der DSFinV-K-Export enthalten und wie funktioniert er?
  6. Deckt der Support Freitag- und Samstagabend ab?
  7. Wie lang ist die Vertragslaufzeit und wie kündige ich?
  8. Kann ich beim Wechsel Gästedaten und Bestellhistorie exportieren — in welchem Format?
  9. Gibt es eine echte Testphase mit allen Funktionen?

Die letzte ist die wichtigste: Ein Anbieter, der seinem Produkt vertraut, lässt dich mehrere volle Wochenenden damit fahren.

Häufige Fragen

Gibt es wirklich kostenlose Kassensysteme? Kostenlose Varianten gibt es, sie decken aber Basisfunktionen ab und finanzieren sich anderswo — über Provisionen, Hardware oder Zahlungsabwicklung.

Kauf oder Abo? Der Kauf kann sich auf langer Sicht bei stabiler Konfiguration rechnen; das Abo senkt das Anfangsrisiko und enthält Updates und Support.

Sind die Kosten absetzbar? Grundsätzlich ja, als Betriebsausgabe. Für deinen Fall kläre das mit deinem Steuerberater.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung.

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